Reisetipps 
Mit über 17.000 Inseln begrüßt der größte Inselstaat der Welt seine Gäste mit einer endlosen Vielfalt an Urlaubserlebnissen – schließlich hat Indonesien weitaus mehr zu bieten, als nur das beliebte Bali. Wir stellen Ihnen einige Highlights abseits der Tourismuspfade vor.

Flores (Kleine Sundainseln)
Bunte Kraterseen, grüne Schluchten und pinkfarbene Sandstrände – die Vielfalt der Insel Flores lässt keine Langeweile aufkommen. Das Eiland entdecken Naturliebhaber am besten auf Wanderungen von Dorf zu Dorf durch Bambuswälder, vorbei an intensiv riechenden Nelkenbäumen, Kaffeeplantagen und dicht behangenen Cashewnuss-Bäumen. Viele artenreiche Korallenriffe bieten zudem erstklassige Tauch- und Schnorchel-Erlebnisse. Und wer dann noch nicht von der einzigartigen Schönheit Flores überzeugt ist, wird sicherlich von dem imposanten Naturschauspiel rund um den Vulkan Kelimutu beindruckt sein: Die drei Kraterseen wechseln unabhängig voneinander ihre Farben und schimmern beispielsweise in türkisblau, grün oder rotbraun. 

Sulawesi_Toraja © Wonderful Indonesia

Das Fischerdorf Labuan Bajo auf der Insel Flores ist zudem Ausgangspunkt für Touren zum Komodo Nationalpark, wo heute noch rund 5.700 Komodowarane leben. Die letzten „Drachen“ der Erde erreichen ein Gewicht von bis zu 80 Kilogramm und sind mit einer Länge von rund drei Metern die größten gegenwärtig lebenden Echsen.  

Sulawesigeformt wie eine Orchideenblüte, ist sowohl für Natur- als auch für Kulturinteressierte gleichermaßen ein attraktives Ziel. Hauptstadt der Insel ist Makassar, ein ehemaliger Dreh- und Angelpunkt des Gewürzhandels. Aber auch heute noch kann man dort die traditionellen Holzboote „Phinisi“ bestaunen. Die Boote werden nach Augenmaß, ganz ohne Baupläne, an der Südspitze in Bira erbaut. Im gebirgigen Hochland Tana Toraja prägen steile Kalkfelswände, bewaldete Berge, Flusstäler und Reisterrassen die Landschaft. Dazwischen liegen die traditionellen Dörfer der Toraja, die für ihre aufwändigen Beerdigungsrituale berühmt sind.

Wellness-Rituale aus Indonesien: Prinzessinnen-Zeremonien und Entgiften mit Gewürzen
Mit dem Mandi Susu, einem wohltuenden Milchbad (Mandi = Bad, Susu = Milch), bewahrten sich einst javanische Prinzessinnen ihr jugendliches Aussehen. Heute können auch Reisende das Ritual genießen, das für seidenweiche Haut sorgt. Moderne Kosmetika ersetzen dabei die traditionell verwendete Ziegen- oder Schafsmilch – so bleibt das Badeerlebnis frei von Geruch, aber voll von wertvollen Inhaltsstoffen. Wie das Mandi Susu hat auch das Mandi Lulur seine Ursprünge in den javanischen Königspalästen. Das Mandi Lulur gehörte zu den Hochzeitsvorbereitungen der Prinzessinnen. Hierzu wird eine Paste aus gemahlenem Sandelholz, Gelbwurz, Reis, aromatischen Ölen und Dufthölzern in die Haut einmassiert. Das Ergebnis ist eine frisch aussehende, glatte Haut. Häufig schließt das Mandi Lulur mit einem Blütenbad ab.

Spa © Wonderful Indonesia

Die entspannende Ganzkörperbehandlung “Balinesisches Boreh” hingegen stammt von Reisbauern ab. Sie hilft dem Körper Verspannungen zu lösen und Giftstoffe auszuleiten. Das Boreh, eine Gewürzpaste auf Sandelholz- und Reismehlbasis mit Nelken, Ingwer, Zimt, Koriander, Gelbwurz, Galanganwurzel und Muskat, wird auf den Körper aufgetragen. Diese Packung wirkt unter vorgewärmten Tüchern ein und wird danach abgerieben. Das meist sehr bittere Getränk Jamu wird oft zu den Massagen eingenommen. Die traditionellen Heilmischungen aus Kräutern, Wurzeln und weiteren, geheimen Zutaten sollen das allgemeine Wohlbefinden steigern und bei diversen Leiden helfen, von der Grippe bis zum unerfüllten Kinderwunsch. Besonders auf Java sieht man Frauen mit Körben, die ihre selbst hergestellten Jamu-Mischungen verkaufen.

Slow-Travel Tipp:
Homestays, Losmen oder Penginapan heißen die Unterkünfte in Indonesien, die nicht nur eine preiswerte Alternative zu herkömmlichen Hotels darstellen, sondern auch den Kontakt zu Einheimischen ermöglichen. Oft werden sie als Familienpension geführt, teilweise wohnen die Besucher aber auch mit den Gastgebern zusammen und werden in das Familienleben miteingebunden. Durch den direkten Austausch erleben Indonesienreisende das Land von einer sehr persönlichen Seite und tauchen intensiv in die Lebensweise und Kultur der Inselgruppe ein. In der Regel sind die Homestays einfach gehalten, mit traditionellem Mandi-Bad – Wasserbottich mit Kelle – statt Dusche. Größere Unterkünfte mit mehreren Zimmern verfügen teilweise sogar über einen Pool. Die Preise für die Übernachtung starten bei 3 Euro, gute Losmen finden sich in jedem größeren Ort.

Flores_Pink Beach © Wonderful Indonesia

Wussten Sie schon…
Reis kocht man in Indonesien nicht nur im Topf, sondern auch mal in einer Kokosnuss oder sogar in Socken. Durch ein zuvor gebohrtes Loch wird der Reis in die Nuss eingefüllt. Das Loch wird wieder verschlossen und die Kokosnuss ins offene Feuer gelegt bis der Reis gar ist. Bei der Reis-Socke-Methode wird die Socke mit dem zuvor eingefüllten Reis circa fünf Zentimeter tief im Boden eingegraben. Danach wird an dieser Stelle ein Feuer entfacht. Nach rund einer halben Stunde ist der Reis gar. Guten Appetit!