Das Türkische Presidential Symphony Orchestra (CSO), das auf eine über zwei Jahrhunderte alte Geschichte zurückblicken kann und zu den traditionsreichsten Orchestern der Welt gehört, hat sein neues Gebäude vom 3. bis 5. Dezember 2020 mit spektakulären Galakonzerten eingeweiht. Das neue CSO-Gebäude soll der türkischen Kultur- und Kunstszene neues Leben einhauchen.

Mit der Eröffnung des neuen Konzerthauses in Ankara zeigt die Türkei ein weiteres Mal ihre Liebe zur Kunst. Schließlich liegt das Schöne in der Natur des Landes auf zwei Kontinenten, das seit jeher einen Schwerpunkt auf Kunst und Kultur setzt. So gaben sich bei der Eröffnung des neuen Zuhauses des CSO in Ankara der Präsident der Republik Türkei, Recep Tayyip Erdoğan, und der türkische Minister für Kultur und Tourismus, Mehmet Nuri Ersoy, die Ehre. 

© Ministerium für Kultur und Tourismus der Republik Türkei

Das moderne Gebäude des CSO, das bereits 1826 gegründet wurde, wurde am 3. Dezember mit einer feierlichen Zeremonie eröffnet. Unter der Führung des Dirigenten Cemi’i Can Deliorman freuten sich die Gäste über den Auftritt der weltberühmten Sopranistin Angela Gheorghiu sowie über die Darbietungen von Güher und Süher Pekinel,  einem der erfolgreichsten Klavierduos der Welt und einer weiteren Pianistin, der weltbekannten Klaviervirtuosin İdil Biret.

Über 61.000 Quadratmeter Platz
Das von den Architekten Semra und Özcan Uygur entworfene Gebäude mit seinem außergewöhnlichen Design bietet im Innenbereich auf einer Fläche von insgesamt 62.547 Quadratmetern ausreichend Platz. So wird es neben CSO, auch den staatlichen, polyphonischen Chor Ankara, das türkische Weltmusikensemble Ankara, den türkischen Volksmusikchor Ankara, den staatlichen türkischen Musikchor Ankara und das staatliche Volkstanzensemble beherbergen. Das neue Gebäude verfügt über einen großen Konzertsaal mit 2023 Plätzen, einen kleinen Konzertsaal mit 500 Plätzen, einen Open-Air-Konzertbereich mit 10.000 Plätzen sowie das CSO-Museum. 

Mit dem Ziel, nicht nur in der Türkei, sondern weltweit eine der besten Konzertsäle zu werden, ist das CSO-Gebäude das erste in der Türkei, das eigens für ein Symphonieorchester entworfen wurde. Künftig soll es mehr als ein Musikzentrum in einer Großstadt werden. Es soll gleichzeitig ein lebendiges künstlerisches Zentrum sein, das reichhaltigen Kultur- und Kunstgenuss auf internationaler Ebene präsentiert. Zudem sind in dem neuen Gebäude Kunstliebhaber aus der ganzen Welt willkommen, die hier das ganze Jahr über eine Fülle an wichtigen Werken – von klassischer über traditioneller Musik bis hin zu Welt- und Popmusik – erfahren können.

© Ministerium für Kultur und Tourismus der Republik Türkei

Geschichte des CSO
Das Presidential Symphony Orchestra der Türkei, das zu den renommiertesten Orchestern der Welt gehört, wurde unter dem Namen Müzika-ı Hümayun während der Regierungszeit des osmanischen Sultans Mahmut dem 2. im Jahr 1826 gegründet. Ziel war es eine westliche Band in Istanbul ins Leben zu rufen. 1924 wurde Müzika-ı Humayun auf Ersuchen von Mustafa Kemal Atatürk nach Ankara verlegt und erhielt 1932 den Namen des Presidential Philharmonic Orchestra. Es war dem Bildungsministerium unterstellt. Schließlich hat man das Orchester 1957 dem Ministerium für Kultur und Tourismus unter dem Namen Presidential Symphony Orchestra angeschlossen.

Modern und zeitlos: Die Architektur des Gebäudes
Der CSO-Konzertsaal, der nach Eröffnung der Hamburger Elbphilharmonie 2017, der erste Konzertsaal weltweit ist, der neu eröffnet wurde, soll der Weltmusikfamilie mit seinem architektonischen, künstlerischen und sozialen Ansatz einen großen Gewinn bringen. Das Gebäude zeigt eine symbolische Architektur, die sich mit der Zeit nicht abnutzt. Es weist außerdem keine spezifische Designsprache auf, die nur für einen bestimmten Zeitraum gültig ist. Die architektonische Form, bestehend aus zwei blickdichten Glaskugeln um ein scharfes Glasdreieck, die sich in der Mitte eines Gewässers befinden, hat ein monumentales und zeitloses Design.

CSO mit neuer Identität 
Das neue Logo-Design, das mit den Konzepten Bewegung, Harmonie, Können und Disziplin verbunden ist, wurde mit einer starken Farbpalette und Schriftart angereichert, um die historische Mission des Orchesters mit seiner Zukunftsvision in Einklang zu bringen. Das Logo, das mit Kupfer- und Bronzegelb und scharfen Hilfsfarben um den Körper der Pauke herum entworfen wurde und das einzige Instrument ist, das von Anatolien an die Weltmusik vererbt wurde, verweist auf die Linie der Moderne hin. Dies gelingt durch die Integration der Futura-Schrift, die in den Jahren kreiert wurde, als das Presidential Symphony Orchestra nach Ankara zog.

Geschichte des CSO – ausführlich
Das Presidential Symphony Orchestra, eine der alteingesessenen Kunstinstitutionen der Welt, hat in seiner fast 200-jährigen Geschichte Kontinuität bewahrt. In früheren Zeiten hieß das Orchester “Muzıka-i Hümayun”, und Giuseppe Donizetti, der vom österreichisch-ungarischen Kaiserpalast nach Istanbul eingeladen wurde, wurde zu seinem Dirigenten ernannt. Anschließend wurde die polyphone Musikkultur übernommen und institutionalisiert. Das Orchester zog am 27. April 1924 im Auftrag von Mustafa Kemal Atatürk nach Ankara. Mit einem brandneuen Verständnis wurde es zu einer 

wegweisenden Kunstinstitution, die die Kultur und das Kunstniveau der Menschen verbessern wollte. Das Orchester (Riyaseti Cumhur Philharmonic Orchestra) war auch die erste Musikinstitution in der Geschichte der Republik.

Zwischen 1934 und 1935 erhielten zuerst Ahmed Adnan Saygun und dann der berühmte deutsche Komponist Paul Hindemith den Auftrag, die Programme für das Orchester zu erstellen. In dieser Zeit wurde der deutsche Dirigent Dr. Ernst Praetorius auf Vorschlag von Paul Hindemith zum ständigen Dirigenten des Orchesters ernannt. Nach Praetorius’ Tod übernahm Hasan Ferit Alnar 1946 diese Position. Anschließend folgten ihm viele berühmte Dirigenten wie Gotthold Ephraim Lessing. Nach 1957 begann die internationale Ära des CSO mit Konzerten und Tourneen in verschiedenen Ländern Europas.

Die Mitglieder des Presidential Symphony Orchestra haben mit zahlreichen Dirigenten wie Louis Fremaux, Lukas Foss, Walters Susskind, Jiri Belohlavek, Aaron Copland, Jean Perisson, Wladimir Fedosejew, Gilbert Varga, Christian Jarvi, Anatol Fistullari und Hermann Scherhen und vielen anderen zusammengearbeitet. Zudem waren berühmte internationale Solisten wie Alexander Rudin, Maxim Vengerov, Vadim Repin, Angela Gheorghiu und Jose Carreras beim CSO zu Gast. Can Deliorman ist seit der Konzertsaison 2020-2021 ständiger Dirigent des Orchesters.

Über die Türkei
Die Türkei liegt im Mittelmeer und verbindet die Kontinente Asien und Europa, die durch den berühmten Bosporus getrennt sind. Sie ist ein einzigartiges Reiseziel, das im vergangenen Jahr rund 51,7 Millionen Touristen willkommen heißen durfte. Das Land, das seit jeher ein Zentrum für kulturelle Interaktion und Heimat unterschiedlicher Klimazonen ist, inspiriert die Besucher heute mit seiner Geschichte, Natur und Gastronomie, die die Vielfalt der Zivilisationen seit Jahrhunderten widerspiegeln. Die Türkei befindet sich am Scheideweg der Kulturen und verfügt über ein unverwechselbares Verständnis von Kunst und Mode, welche die Synthese von Tradition und Moderne darstellt. Das äußerst dynamische Einkaufs- und Unterhaltungsleben zieht Besucher aus aller Welt an.
Weitere Informationen unter www.goturkey.com und www.tga.gov.tr.