Sind Sie auch schon bei Facebook? Falls nicht, dann sollten Sie schnell überlegen, ob sie überhaupt noch aktuell sind und Tipps geben wie Sie die Übersicht über Ihre Freunde ganz ohne Liste behalten können.

Falls ja, haben Sie sich sicherlich gefragt, wer denn überhaupt der ein oder andere auf Ihrer Freundesliste ist, der Sie zwar im echten Leben noch nie gegrüßt, oder ein Gespräch mit Ihnen geführt hat, aber dennoch dort auftaucht. Ansonsten finden Sie sich vielleicht in einem der nachfolgenden Beispiele wieder…?

Ganz oben auf der Liste, die VIPP-Prominenz (Very Impotent Proleten-Prinzen). Die haben sich den Titel entweder angeheiratet, oder durch Adoption erhalten, oder aber beim Pokern gewonnen. Sie benehmen sich, nun ja, adelig mit dem was sie an Geld auf den Kopf hauen, aber prinzipiell sind sie Ballermann-Touristen in der Edel-Disco. Nur weil man zuviel Geld hat und nicht weiß wohin damit, heißt es ja noch lange nicht, dass man auch adelig ist.  Schenk einem Trottel Geld, schicke Klamotten, Häuser, Autos, Boote etc.  ein Trottel bleibt er dennoch… In der virtuellen Welt produzieren sie sich z.B. indem sie selber via der gängigen Netzwerk-Plattformen verkünden müssen, mit was  für einem Riesen-Plakat sie Ihrer Frau zum 96en Geburtstag gratuliert haben. Andere posten Frauenhintern mit der Frage, welcher der „bessere“ ist. Durch 800 Kommentare, 1200 Likes und zig Mal Teilung dieses Bildes wird nicht nur bewiesen, dass viele Frauen hübsche Hintern haben sondern vielmehr, dass RTL II und Co. mit ihren oberflächlichen, dem IQ einer Tesafilmrolle entsprechenden Sendungen, perfekt den Intellekt des größten Teils unserer heutigen Gesellschaft darstellen.

 

Hand

 

Andere wiederum gehen her und posten kaum etwas. Entweder weil sie keine eigene Meinung haben, oder auch vielleicht nichts zu sagen haben. Aber Sie können nicht ohne diesen Daumen im Arsch, ähhh nach oben meine ich, leben und beschränken sich stattdessen darauf jeden möglichen Scheiß zu „liken“: „Ich bin voll krank“ like; „Hab mein Handy verloren“ like; „Bei meiner Schwiegermutter wurde Krebs im Endstadium festgestellt“ like… Ja, solche gibt es wirklich. Oder auch einfach sinnloses liken: „Hab bald ne neue Handy-Nummer“ like; „Boah, ist das ein fieses Wetter“ like; „Wer kommt mit zum Zoo?“ like. Ganz banal sind die, die jedes Mal das Profilbild eines Freundes liken, selbst wenn dieses Bild schon zum 31. mal genommen wurde. Persönlich habe ich den Begriff Beklopptismus dafür gewählt. Anders kann ich es mir nicht erklären.

Dann gibt es solche, die nahezu nach Aufmerksamkeit lechzen, weil das ADHS in der Kindheit nicht erkannt wurde und jetzt als Erwachsener eh alles zu spät ist. Dann kommen also täglich mehrere Postings, wo dann darauf hingewiesen wird, wie bequem das Wasserbett ist, oder man muss der ganzen Welt mitteilen, dass man so schlecht im Bett ist, dass das mal jemand ausprobieren sollte, man krank ist, den Dünnschiss nicht rechtzeitig ins Klo gebracht hat, oder man einfach nur ein „Guten Morgen“, oder „Feierabend“ in die virtuelle Welt posaunt. Psychologisch sehr interessant und ein Freud hätte seine wahre Freude an soviel psychotisch-labilem Material.

Über die potentiellen Päderasten, die andauernd Bilder von sehr jungen Mädchen so kommentieren, dass man das Gefühl bekommt, dass sie schon längst und bereits mehrmals Flecken auf der Tastatur und Monitor hinterlassen haben, möchte ich gar nicht erst anfangen. Hier hoffe ich, dass die Internet-Einheit der Polizei aufmerksam ist und entsprechen handelt.

Einige, die an sehr schlimmen Form des Aufmerksamkeits-Defizit-Syndroms leiden, glauben alles zu wissen und auch entsprechend jeden Arsch-Erguß kommentieren zu müssen. Ja, auch ich gebe zu, dass ich oft nicht widerstehen kann. Wenn ich zum Beispiel lesen muss wie eine Mutter für ihre 4-jährige Tochter ein Nintedo DS sucht, dann habe ich höchstes Mitgefühl mit der 4-jährigen Yvonne-Schantalle-Schaneiha, weil sie hätte ja auch ein Buch geschenkt bekommen können, oder mit Brot die Entern im Park füttern können. Aber ich vergaß, Eltern die ihre Kinder lieben, erfüllen prompt ihre Wünsche. Wenn sich das Kind dann mit 13 wünscht sie wären tot dann wissen sie entweder was sie falsch gemacht haben, oder können den Wusch ja auch erfüllen, indem sie einen russischen Ex-Söldner für wenig Geld dafür engagieren. Der arbeitet schnell und präzise.

Andere wiederum nutzen diese Plattform, um sich als Privatperson komplett zu vermarkten (was auch ein Resultat des nicht-behandelten ADHS sein könnte). Wie der Dorf-Komiker zum Beispiel, der jede Woche eine neue Anekdote aus seinem echten, oder gewünschten Leben schreibt und somit die Masse-Huldiger des sinnfreien Humors komplett auf seiner Seite hat. Das sind dann die, die sich z.B. schon zu den Hochzeiten von Ingo Appelt nahezu vor Lachen angepisst haben, als er auf die Bühne kam und einfach nur „ficken“ sagte. Oder diese Leute, die schon diese Erwartungshaltung haben, dass man gleich lachen muss bei Rüdiger Hoffmann´s „Ja, Hallo erstmal….“ Da werden also mehr oder minder echte und/oder erfundene „Lebens-Erlebnisse“ in einfachen Sätzen und Worten verpackt (klar, vor allem RTL II-Zuschauer sollen ja nicht überfordert werden) und weißt ca. 6 mal in der Woche 1-2 mal am Tag auf den kommenden Schenkelklopfer-Beitrag hin. All das, um sich anschließend eventuelle Presseberichte selbst auf die Seite zu klatschen und demütig und voller Stolz zu den Kommentaren dieser post-suggeriert-erlebten Fakten-Fiktion zu äußern und sich artig dafür zu bedanken.

Hmmm, welche Leute sollte man noch mal ehren, damit sie sich vermehren? Aber egal. Und bei Ihnen? Wiedererkannt? Macht nichts. Solange Sie den Beitrag hier „liken“ ist alles okay….

Guten Tag und viel Glück

Thomas Skandalis