Leute vergesst den Klimawandel, die Waldbrandgefahr durch die andauernde Hitze, oder sonstige „selbstverständlich“ fast vollkommen ungefährliche Nebenwirkungen unseres Raubbaus an Mutter Erde. Das Wetter ist aber auch zu schön und weckt so tolle Gefühle in uns alle, wer denkt da an die unwichtigen Details. Aber das ist alles fast nichts im Vergleich zu Putin. Hatte ich doch tatsächlich gedacht der Kalte Krieg wäre nur noch ein Relikt aus Zeiten wo es noch gute James Bond Filme gab, so sind wir doch eigentlich wieder mitten drin, statt nur dabei. Putin fordert nämlich dass der 1999 so genannte modifizierte KSE-Vertrag von allen NATO-Ländern als gültig erklärt werden soll. Solange das nicht erfolgt ist, meint Russland einen Aufschub nehmen zu müssen in der Begrenzung seiner konventionellen Streitkräfte. Und da unser großer Bruder von jenseits des noch größeren Teichs ganz nah bei uns, nämlich in Polen und Tschechien ein Raketenschutzschild installieren will um sich vor irgendwelchen imaginären, außerirdischen, oder anders zusammengekifften Gefahren zu schützen, glaubt Putin im Recht zu sein. Warum soll er Truppen reduzieren wo andere NATO-Länder auch nichts machen? Die Frau Rice hat doch immerhin gesagt, dass die Befürchtung die USA würden diese Raketenanlagen dazu benutzen um evtl. etwas gegen Russland zu unternehmen lächerlich ist. Und wenn die das sagt, dann muss das doch stimmen. Ich meine wann haben die Staaten bei ihren Aktionen gelogen? Es wurden doch Atomwaffen im Irak gefunden, oder? Und diese grandiose Befreiungsaktion der heldenhaften Soldatin, wie hieß sie noch gleich, entsprach doch alles den Fakten. Und in Guantanamo wurden auch niemals nie Gefangene gefoltert. Ja sicher, das ist alles genauso wahr wie die Tatsache, dass wir ja auch noch die D-Mark haben und unsere Rente sicher ist..

Und was heißt hier Begrenzung der konventionellen Streitkräfte? Um effektiv Frieden zu sichern, muss man doch für den Krieg rüsten. Das war doch der paradoxe, aber durchaus lukrative Leitspruch der Wettrüst-Ära. All das war dann jäh zu Ende mit dem Mauerfall und somit mussten neue Ziele her. Für die Staaten war es Irak, für Russland Georgien. Wo ist da der Unterschied, ob jetzt Geld für Waffen ausgegeben wird die theoretisch benutzt werden könnten, oder halt für welche die benutzt werden. Das bisschen menschlicher Kollateralschaden; es gibt doch 6 Milliarden auf der Welt, da fällt das kaum auf. Zumindest stehen diese Waffen dann nicht nur irgendwo rum und werden verschrottet ohne ein paar Mal damit gespielt, ähhhh, geschossen zu haben. Ein Jahr hat Putin den NATO-Ländern Zeit gegeben; sollte bis dahin nichts passiert sein droht er damit dass Russland aus dem KSE-Vertrag aussteigt.

Sollten bis dahin die Raketenstellungen der Ami´s installiert sein, so dürfen wir uns mit gespanntem Horror auf die noch bleibenden Jahre freuen. Was dürfte mit Deutschland passieren bei rund 9 US-Basen und ca. 100.000 stationierten Soldaten? Das überlasse ich einfach mal Eurer Phantasie.

Aber auch hier wittern wieder clevere Geschäftsmänner ihre Chance das schnelle Geld zu machen. Immobilienmakler z.B. freuen sich schon auf den niedrigsten Quadratmeterpreis seit dem 2. Weltkrieg. Oder man investiert vorher in Bagger; damit kann man sein Haus nun mal am schnellsten wegräumen. Und ich sehe schon den neuen IKEA-Slogan in der sicheren Zone über die Bildschirme flattern: „Wohnst du schon, oder fliehst du noch!?“ Ich für meinen Teil überlege umzuziehen. Vielleicht in den Irak. Dort dürfte es dann wahrscheinlich sicherer sein.

Guten Tag und viel Glück

Thomas Skandalis