Wirft man einen Blick auf die kreative Kraft, die Bugatti antreibt, wird sofort und unmissverständlich deutlich, dass sich hier ein Team außergewöhnlich talentierter Designer der Aufgabe verschrieben hat, ein Vermächtnis an Exzellenz zu hinterlassen. Dieser Anspruch geht auf Bugattis reichhaltige Geschichte und Rennsport-Tradition der glorreichen 1920 und 1930er Jahre zurück, gleichsam aber auch auf den Willen, die Grenzen des technisch Machbaren auszureizen. Der Bugatti Bolide1 ist das extremste Fahrzeugkonzept in der jüngeren Geschichte der französischen Luxusmarke, seine Entwicklung – ganz im Zeichen der Markenwerte des Unternehmens Excellence, Courage, Dedication – eine Inspiration für sich.

Der Bugatti Bolide folgt in konsequenter Art und Weise dem Bugatti Design-Ethos „Form follows performance“. Der neue Hypersportwagen beantwortet eine der großen „Was wäre, wenn …?“ Fragen der Marke. Was wäre, wenn Bugatti um seinen legendären 8,0-Liter-W16-Motor herum ein radikal leichtes Fahrzeug bauen würde, ohne beim Leistungsgewicht irgendwelche Grenzen zu ziehen? Das Ergebnis ist das extremste, kompromissloseste, schnellste und leichteste Fahrzeugkonzept der modernen Ära der Marke. Der berühmte W16-Motor aus Molsheim leistet 1.850 PS2 und erreicht nahezu Formel-1-Werte. Seine Höchstgeschwindigkeit liegt bei deutlich über 500 km/h – ohne dabei jedoch auf maximales Handling und maximale Agilität zu verzichten.

Als bindende Kraft hinter dem ambitionierten Experiment war Exterieur Designer Nils Sajonz maßgeblich an der Entstehung des neuesten Hypersportwagens der französischen Luxusmarke beteiligt. Sajonz hat 2015 als Praktikant als Teil des Bugatti-Designteams begonnen und schrieb seine Abschlussarbeit über eine Bugatti-Designstudie für autonomen Rennsport. In den folgenden Jahren wirkte Sajonz am Design einer Reihe von Modellen in limitierter Auflage mit, wie dem Divo3, der 2018 enthüllt wurde, sowie dem La Voiture Noire4 und dem Centodieci4, die im März und August 2019 ihre Weltpremiere feierten. Als Teil eines insgesamt fünfköpfigen Teams war Sajonz in diesem Jahr an der Gestaltung des Bolide beteiligt und wurde erst kürzlich zum Head of Special Projects innerhalb des Bugatti Design Teams ernannt.

„Die Arbeit am Design des Bugatti Bolide war eine einzigartige Erfahrung“, so Sajonz, Head of Special Projects bei Bugatti. „Der Bolide stellt die gesamte Bandbreite an Ausdruckskraft unseres Designteams dar und verkörpert das aktuelle Leitprinzip unserer Designsprache. Er ist extrem, er ist radikal, er ist zeitgemäß – all das, wofür Bugatti im Moment steht. Bugatti wird aber auch niemals still stehen, wir im Design suchen ununterbrochen nach neuen stilistischen Anregungen.“

Durch sein Mitwirken an Projekten wie dem Exterieur des Divo, Centodieci und La Voiture Noire konnte Sajonz aus erster Hand erfahren, was es braucht, um die leistungsstärksten, luxuriösesten und exklusivsten Hypersportwagen der Welt zu entwerfen. Diese Erfahrung als Designer in der Entwicklung von Kleinserien, Einzelstücken und kreativen Konzepten macht Sajonz zur perfekten Besetzung für seine neue Position als Head of Special Projects. In dieser Rolle wird er direkt an Bugatti Chefdesigner Achim Anscheidt berichten.

Bugattis außergewöhnlichem Design-Vermächtnis verpflichtet

„Es ist wichtig, dass Bugatti viele individuelle Talente hat, die zum Ultraluxus und der Einzigartigkeit beitragen, die sowohl Kunden als auch Bugatti-Enthusiasten seit jeher mit unserer Marke verbinden. Das Bugatti-Designteam wird von einer Gruppe außergewöhnlich talentierter Designer unterstützt, die sich alle dem außergewöhnlichen Erbe unserer Marke verschrieben sehen und unseren Markenwerten gerecht werden“, so Achim Anscheidt, Designchef bei Bugatti. „Die Entwicklung des Bolide steht für das anhaltende Bestreben von Bugatti, führend im Bereich von Innovationen zu sein und gleichzeitig an unsere stilistische Vergangenheit anzuknüpfen. Nils hat dabei eine zentrale Rolle gespielt. Er ist ein überaus talentierter Designer und hat sich bereits als äußerst wertvolles Mitglied unseres kreativen Teams bewiesen.“

Zur Bugatti Design-Tradition sagt Sajonz: „Schon als kleiner Junge prägten Design und die Schönheit der Dinge mein Leben. Das kulturelle Erbe der Marke Bugatti ist allgegenwärtig und ich lasse mich stark von der Geschichte berühmter Rennwagen wie dem Bugatti Type 35 und dem Type 57SC Atlantic inspirieren. Sie können im Design aller unserer Autos Referenzen an Bugattis Rennsport-DNA finden, natürlich auch im Bolide. Es ist wichtig, dass auch künftige Projekte der Design-Identität der Marke treu bleiben, da sie für immer zeit- und konkurrenzlos sein müssen.“

Der Bugatti Bolide – ein rennstreckenorientierter Vollblütler der Moderne

Die experimentelle Studie des Bugatti Bolide ist ein auf Rennstrecken fokussierter Hypersportwagen mit einem aus der Serie abgeleiteten W16-Motor als Antrieb, kombiniert mit einer minimalen Karosserie für maximalen Abtrieb. Der Bolide verfügt über ein nie dagewesenes Leistungsgewicht von nur 0,67 kg/PS, das durch die Kombination des W16-Motors mit 1.850 PS und einem Fahrzeuggewicht von nur 1.240 Kilogramm5 ermöglicht wird.

Die Auswahl der Materialien und Produktionsverfahren, die beim Bolide verwendet werden, stellen einen mutigen Schritt vorwärts dar für das, was derzeit machbar ist und was in Zukunft im Hypersportwagenbau möglich sein wird. Eine Weltneuheit ist die morphbare Außenhaut der Ansaughutze auf dem Dach, die eine aktive Strömungsoptimierung bietet. Bei langsamer Fahrt bleibt die Oberfläche der Hutze glatt, bei schneller Fahrt dagegen wölbt sich ein Feld von Blasen aus. Dies reduziert den Luftwiderstand der Hutze um zehn Prozent und sorgt für einen um 17 Prozent geringeren Auftrieb. Die dramatische Wirkung des Gesamtauftritts wird mit der Gesamthöhe von nur 995 Millimetern deutlich – exakt so hoch wie der historische Bugatti Type 35.

Zum Design des Bolide fügt Sajonz hinzu: „Viele der Designmerkmale des Bolide sind sowohl zentrale Stilelemente als auch zweckmäßig. Das Erscheinungsbild des Bugatti Bolide zitiert die sogenannten X-Flugzeuge der Luftfahrtgeschichte und zeigt aus jeder Perspektive eine deutliche X-Signatur. Dies erinnert auch an Bugattis Rennsporterbe, bei der die X-Signatur an der Front des Bolide die Scheinwerfer historischer Rennwagen zitiert, die X-förmig abgeklebt waren, um so Glasscherben auf der Strecke im Falle eines Unfalls zu verhindern. Diese Themen sind konsequent umgesetzt und tragen zur Gesamtdynamik und Performance des Bolide bei.“

Das Bugatti-Team entwickelte rund um den Antrieb ein leichtes Monocoque aus Kohlenfaser. Der daran angeflanschte integrale Vorderwagen besteht ebenfalls aus hochfesten Kohlefasern, ebenso wie der aerodynamisch vollständig wirksame Unterboden und das Monocoque selbst. Die Einzelfaserzugfestigkeit der verwendeten Fasern liegt bei 6.750 Newton pro Quadratmillimeter, die Einzelfasersteifigkeit bei 350.000 Newton pro Quadratmillimeter. Werte, die sonst nur in der Luft- und Raumfahrt erreicht werden.

Statt einer Wasser-Luft-Ladeluftkühlung sorgt beim Bugatti Bolide eine Luft-Luft-Ladeluftkühlung mit Wasservorkühlung für eine optimale Leistungsentfaltung auf der Rennstrecke. Die beiden Wasserkühler, die vor der Vorderachse angeordnet sind, bieten strömungstechnisch betrachtet ein effektiveres Kühlernetz als sogar in der Formel 1 üblich. Neuentwickelte hybride Carbon-Titan-Turbofan-Radialverdichter durchlüften und kühlen die Hochleistungs-Rennsportbremsanlage.

1 Kraftstoffverbrauch, l/100km: Es handelt sich um eine Konzeptstudie und unterliegt daher nicht der Richtlinie 1999/94/EG

2 bei Einsatz von 110-Oktan-Rennbenzin; Motorleistung mit 98-Oktan-Benzin bei 1.600 PS

3  Kraftstoffverbrauch, l/100km: innerorts 36,7 / außerorts 15,8 / kombiniert 23,5; CO2-Emission kombiniert, g/km: 553; Effizienzklasse: G

WLTP: Kraftstoffverbrauch, l/100km: niedrig 43,33 / mittel 22,15 / hoch 17,99 / besonders hoch 18,28 / kombiniert 22,32; CO2-Emissionen, kombiniert, g / km: 506; Effizienzklasse: G

4 Kraftstoffverbrauch, l/100km: unterliegt nicht der Richtlinie 1999/94/EG, da Gesamtbetriebserlaubnis derzeit noch nicht vorliegt.

5 Gewichtsangabe bezieht sich auf das theoretisch mögliche Trockengewicht.