Vor einigen Wochen hatten wir die Gelegenheit im Rahmen eines Pressetrips die Stadt Luxemburg, oder Lëtzebuerg wie es in der Nationalsprache heißt, zu erkunden und abzuchecken wie viel Lifestyle, Kultur und Gastronomie das zweitkleinste Land der EU zu bieten hat. Der dortige Tourismusverband nimmt momentan viel Geld in die Hand, um Reporter aus aller Welt in ihr schnuckelig-kleines Land zu locken und um zu beweisen, dass Luxemburg viel mehr als „nur“ steuerliche Vorteile zu bieten hat.

Und wir können ruhigen Gewissens sagen, dass es das durchaus hat. Aber fangen wir von vorne an.

Vom Bahnhof aus ist es ein kurzer Weg entlang der Gran-Rue bis in die Innenstadt, bzw. zum Place d´Armes.

Place d´Armes

Place d´Armes

Vom Shopping-Faktor her, kommen eher Frauen auf Ihre Kosten. Die Auswahl ist jedoch überschaubar. Wie man uns erzählt hat, fahren sogar viele Einheimische eher nach Trier. Das mag aber natürlich auch an den Preisen liegen, denn im Schnitt ist alles ein wenig teurer – trotz des seit Januar 2015 geltenden Mindestlohnes von EUR 1.922,96 (Gehaltsempfänger ab 18 Jahre, Quelle Wikipedia) im Monat. Eine Arbeits- und sozialrechtliche Unterscheidung zwischen Arbeiter oder Angestellter gibt es in dem Land nicht mehr, sondern nur noch Gehaltsempfänger. Im Gegensatz zu Deutschland mag der Mindestlohn hoch erscheinen. Aber obwohl er höher ist und trotz der Kleinheit und Offenheit von Gesellschaft und Wirtschaft und natürlich auch der Mehrsprachigkeit (Lëtzburgesch, Deutsch, Französisch, Englisch), hatte das Großherzogtum Luxemburg im Jahr 2015 eine Jugendarbeitslosenquote von 12%. Diese Zahlen aber nur am Rande. (Quelle Wikipedia).

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Essen im Go Ten

Wer also ein Geschenk für seine Liebste(n) sucht, wird hier sicher fündig werden. Für Erholung zwischendurch, sorgen die vielen kleinen Cafés und Bars die es im Zentrum gibt. Auch kulinarisch wird man die ein oder andere Überraschung erleben. „Die Quantität von Deutschland, kombiniert mit der Qualität von Frankreich“, so hat unser abgestellter Begleiter die Gaumen-verwöhnenden Erlebnisse zusammengefasst. Und Recht hatte er. Zum Beispiel im Go Ten, oder in der Restaurant-Brasserie Plëss. Letzteres verwöhnt seine Gäste nicht nur durch die zubereiteten Köstlichkeiten, sondern auch durch ein luxuriöses Ambiente.

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Gedeckter Tisch im Restaurant-Brasserie Plëss

Wer richtig leckeren Café möchte, der findet auf der Grand-Rue den Ancien Cinema Cafe-Club. Hier kann man sich in einem Ambiente von alter Filmkunst (es werden Filme vorgeführt), über Avantgarde-Impressionen bis hin zu klassischen Kunstausstellungen kulturell inspirieren lassen. Ab und zu gibt es auch Live-Musik, die man dann bei einem der vielen angebotenen Whiskeys genießen kann.

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Urban in der urban Bar

Wen man in der sogenannten Oberstadt bleibt, denn Luxemburg Stadt ist in Ober- und Unterstadt aufgeteilt, sollte man Abends auf jeden Fall einen Besuch bei der Urban-Bar an der Rue de la Boucherie einplanen. Und etwas Zeit muss man mitbringen. Vor allem wenn die Temperaturen noch angenehm sind ist es dort richtig voll. Sollte man drinnen einen Platz ergattern, so kann man nicht nur auf Sky Sportevents mitverfolgen. Durch die leckeren Wraps und Burger und die Auswahl von Bier und Wein, wird sicher jeder auf seine Kosten kommen.

Oberstadt

Oberstadt mit Bankenviertel

Nahe dem Chambres des Députés, dem Parlament,

Chambre

Chambres des Députés

welches sich neben dem großherzoglichen Palais befindet,

Palais

Groussherzogleche Palais

kommt man natürlich an einer der berühmtesten Töchter Luxemburgs nicht vorbei:

Lea Linster. Neben ihrem Restaurant betreibt sie dort noch ein kleines Geschäft, wo die leckersten Madeleines entstehen, die wir bis dato haben kosten dürfen.

So gemütlich und mit einem Hauch von Geschichte die Oberstadt auch ist, so richtig schön wird es in der Unterstadt, im „Grund“ sozusagen, vorbei an Altmünster, mit einem kulturellen Flair des alten und geschichtsträchtigen Landes, welches Luxemburg ist.

im "Grund" geht hier Nachts die Post ab

nächtliche Party-Meile im „Grund“

Schließlich hat man bereits im 2. Jahrhundert vor Christus dort Siedlungsspuren entdeckt (Quelle Wikipedia).

Blick auf Grund

Blick von der Stadtmauer auf Grund

Ein Spaziergang entlang dem Weltkulturerbe „Kasematten“ und der Alzette, offenbart die Größe dieses kleinen Stadtteils und setzt dem malerischen Bild, welches sich darstellt, mit der restaurierten Abtei Neumünster die Krone auf. Wer auf Jazz steht und sich Sonntags hier wiederfindet, wird von der Schönheit und Ewigkeit der Geschichte mit den Klängen des modernen Jazz in Empfang genommen und kann sich einfach in seinen Gedanken treiben lassen.

Malerisch schön, Abtei Neumünster

Malerisch schön, an der Abtei Neumünster

Nach erfolgreicher Berieselung und Bestaunen der jahrhundertealten Mauern, kann man natürlich auch dort etwas essen. Die Abtei bietet mit der Brasserie Neumünster u.a. ein hervorragendes Brunch, welches keine Wünsche offen lässt.

Brasserie Neumuster

Brasserie Neumünster

Wer es etwas familiärer mit gewisser Wohnzimmer-Atmosphäre mag, kommt nicht am Restaurant „um plateau“ vorbei. Hier hat man tatsächlich das Gefühl in einem Wohnzimmer der 70er Jahre zu sein und durch das gedimmte Licht fühlt man sich wie zu Hause bei Muttern. Das Essen ist ebenfalls vorzüglich – allein um die Bellota-Bechamel-Kroketten und das Entrecote de Veaux erneut zu essen, würde unser Redakteur alles stehen und liegen lassen. Einen Absacker gönnt man sich dann noch in der hauseigenen Bar im Keller des Hauses.

Galerie Bar um plateau

Galerie Bar um plateau

Egal wo wir Rast gemacht haben um uns zu stärken, wurden wir generell sehr freundlich und höflich bedient und unsere Wünsche augenblicklich erfüllt. Hier und da kann sich der Dienstleistungsbereich bei uns in Deutschland eine Scheibe davon abschneiden.

Auch Fans von Ausstellungen kommen nicht zu kurz. Besonders beeindruckt hat uns jedoch die Ausstellung „Modernity – Loved, Hated or Ignored, welche man im LUCA, dem Luxembourg Center for Architecture bewundern kann. Hier wird ein sehr interessanter und durchaus kritischer Blick auf die Veränderung des Landes im Wandel der Zeit geworfen und mit sehr gelungenen Fotografie- und Videobeiträgen wird der Besucher durch diese Veränderungen geleitet.

Der Veränderung auf der Spur im LUCA

Der Veränderung auf der Spur im LUCA

Wenn wir schon von der Veränderung sprechen, dann müssen wir auch über den krassen Gegensatz dieser alten und kulturell gehaltvollen Stadt sprechen. Wer sich nämlich zum Kirchberg begibt, wird überwältigt von moderner Bauweise und der absoluten, nach unserem Empfinden, Abwesenheit von jeglichem altertümlichen Flair – und das in nur wenigen Minuten. Zweifelsohne sind die Bauten imposant und ziehen Blicke auf sich. Wie die Philharmonie z.B., die sich pompös am Place de l´Europe mit ihren 823 weißen Säulen auf einer Gesamtfläche von 20.000 Quadratmetern erstreckt. Allein die verglaste Oberfläche umfasst ganze 5.000 Quadratmeter. Mit insgesamt 19.300 Kubikmetern akustischem Raumvolumen, können die maximal 1500 Besucher eine perfekte Akustik im Salle de Concerts Grande-Duchesse Joséphine-Charlotte erleben. Besonders lobenswert finden wir hier, dass es ein ständiges Programm extra für Kinder gibt.

Imposante Philharmonie

Imposante Philharmonie

Ein weiteres Highlight ist sicherlich das MUDAM, das Museum für zeitgenössische Kunst. Dieses wurde direkt am Fort Thüngen (Dräi Eechelen) und dem Gelände der historischen Festungsanlagen gebaut. Ursprünglich errichtet als Projekt zur Wahl der Europäischen Kulturhauptstadt, zu der Luxemburg 1995 ernannt wurde, hat man hier einen irren Kontrast in der Vereinigung von Mittelalter und Moderne gewagt. Ob dieser funktioniert müssen Sie selber entscheiden liebe Leser. Wir waren auf jeden Fall überrascht, denn die Entscheidung dies so umzusetzen, hat sicherlich sehr viel Mut erfordert.

Kontrast: Stein und rund - Glas und eckig

Kontrast: Stein und rund – Glas und eckig

Geschäftsleute und diverse Politiker werden bestimmt die ein oder andere Nacht im pompösen Hotel Meliá verbringen. Wo Service und Essen dort ebenfalls als hervorragend zu bezeichnen sind, mussten wir auf Grund der Architektur doch ein wenig schmunzeln. Direkt neben dem Europäischen Gerichtshof und Europäischen Rechnungshof gelegen, hat es uns mehr an ein Gebäude aus dem Spiel Minecraft erinnert.

Hotel Meliá in Kirchberg

Hotel Meliá in Kirchberg

Hier endet unser kleiner Trip durch die größte Stadt des Landes. Obwohl wir viel unterwegs waren und es wahrlich keine große Stadt ist, haben wir natürlich noch längst nicht alles gesehen. Unser Trip war zeitlich sehr stramm strukturiert, sodass wenig Zeit blieb lange Erkundungen auf eigene Faust zu machen. Sollte sich je wieder die Gelegenheit ergeben, freuen wir uns auf einen erneuten Aufenthalt in dieser gastfreundlichen, alt/modernen Stadt voll von pulsierendem Leben und Geschichte. Ein Besuch lohnt sich und man wird zufrieden wieder nach Hause fahren mit dem Wissen, dass man gerne bald wieder zu Besuch kommt.

Nächtlicher Blick auf die Unterstadt

Nächtlicher Blick auf die Unterstadt

Wir danken dem luxemburgischen Tourismusverband für diese tolle Gelegenheit. Auch danken wir herzlich unseren Guides Rachel und Valerio, die mit einer Truppe von Journalisten aus Deutschland, England, Spanien, Frankreich und Portugal, eine sprachliche Meisterleistung vollbracht haben.

Guten Tag und viel Glück

Thomas Skandalis

 

Quelle Bilder: Thomas Skandalis