Rollei Actioncam 420 4K

Auf Herz und Nieren konnte Lifestylenews die neue Rollei ActionCam 420 testen, welche in 4K-Qualität aufnehmen soll. Vorrangig haben wir die Kamera beim Biken mit dem Mountain-Bike getestet da sich hier, unserer Meinung nach, wirklich zeigt aus welchem „Holz“ die Kamera gemacht ist. Was sie alles kann ob hier 4K tatsächlich das Non-plus-Ultra ist erfahrt Ihr hier.

Die Cam (58 Gramm) kommt in einer stabilen Kartonage-Hartplastik-Verpackung, in welcher neben der Cam selber, auch das Zubehör und das Handbuch untergebracht sind. Folgendes Zubehör wird mitgeliefert, was prinzipiell sehr umfangreich ist:

  1. Adapter
  2. Safety Pad Curved & Flat
  3. Lithium Ionen-Akku
  4. Halterung Basic
  5. Stativ-Adapter
  6. 2-Komponenten-Drehknopf
  7. USB-Kabel
  8. Unterwasser-Gehäuse
  9. Fernbedienung

 

Sofort fiel uns auf, dass für Bike-Fahrer einiges an Zubehör dazugekauft werden muss. Lediglich ein Pad ist dabei, mit der man die Kamera auf den Helm kleben kann. Gänzlich fehlt z.B. eine vernünftige Lenkerhalterung, oder auch ein Gurt, um die Kamera um die Brust zu schnallen. Jedoch passt das Standard-ActionCam -Zubehör aus dem Fachhandel um die Kamera fachgerecht an einem Mountainbike zu montieren. Außerdem ist keine Speicherkarte dabei. Somit mussten wir  selbst um die Kamera zu testen eine MicroSD Karte kaufen. Zum Glück haben wir uns vorher die Verpackung angeschaut, sonst hätten wir, wie bei vielen anderen, auch älteren ActionCams auch, eine 64 GB Karte eingesetzt. Das hätte jedoch nicht funktioniert, da die ActionCam 420 nur 32 GB unterstützt. Macht nicht wirklich Sinn, da mehr Auflösung auch mehr benötigten Speicher bedeutet, aber das nur am Rande.

Die Fernbedienung kann man sich um das Handgelenk schnallen und auf Knopfdruck entweder Videos, oder Fotos aufnehmen. Sie jedoch beim Biken am Arm zu benutzen macht eher wenig Sinn. Entweder man hat die Kamera am Lenker motiert und kommt so direkt an die Kamera dran, oder man montiert sie am Rahmen und die Fernbedienung am Lenker. Das kann man dann aber sowieso nicht sehen, weil es keinen Rückkanal gibt um dies zu überprüfen. Die Kamera schaltet sich aus Stromspargründen nach ein paar Minuten wieder aus. Beim Laufen oder Snowboarden z.B. macht diese Funktion sicherlich viel mehr Sinn und Spaß.

Über die eigebaute WiFi-Funktion und der Rollei AC420 App, kann die Kamera komplett über das Smartphone gesteuert werden. Dieses kann man sich mit einer separaten Halterung an den Lenker montieren, hat somit direkt ein Bild von der Kamera und kann die Aufnahme starten. Diese Funktion ist sehr gut wenn man die Kamera z.B. am Helm, oder an der Hinterachse des montiert hat. Der Nachteil hierbei ist das die WiFi-Funktion an beiden Geräten sehr stromhungrig ist und der ganze Spaß je nach Nutzung der Aufnahme nach knapp 90 Minuten schon vorbei sein kann. Also definitiv zu kurz, selbst für eine nicht sonderlich ausgedehnte Biketour. Man kann den Akku der Kamera zwar wechseln, es ist aber kein Zweitakku dabei und das Smartphone müsste dann ebenso wieder aufgeladen werden. Außerdem und das ist äußerst erstaunlich, wenn man WiFi nutzen möchte, kann man nicht in 4K aufnehmen. Dafür reicht die Bandbreite der Funkstrecke nicht, denn das Bild wird Live von der Kamera ans Phone gesendet.

Die Bedienung der Kamera war etwas enttäuschend. Um z.B. in das Menü zu gelangen, muss der obere Zoom-Button gedrückt werden. Dieser hatte gegenüber den anderen Bedienknöpfen beim Testgerät keinen Druckpunkt. Vielleicht haben wir aber auch nur ein leicht defektes Gerät erhalten. Somit waren wir gezwungen den Knopf sehr stark einzudrücken und es gelang nicht immer die Kraft richtig zu dosieren. Hier hatten wir stets die Befürchtung, dass wir den Knopf zu fest in das Gerät hinein drücken und dabei zerstören könnten.

Hat man es erst einmal in das Menü geschafft, ist das eigentliche Navigieren mit den beiden sehr unterschiedlichen Zoom-Buttons und einer erst mühsam zu lernenden Reihenfolge wann man den WiFi-Knopf, der an der vorderen Seite der Cam angebracht ist für die erweiterte Menüfunktion, oder den Auslöseknopf an der Oberseite drücken muss, sehr gewöhnungsbedürftig und umständlich.

Qualitativ sind die Bilder, für eine Cam in der Preiskategorie (Euro 199,99 – 269,89) angemessen, sehr scharf und farbgetreu. Da der Modus bei hoher Auflösung jedoch nur 10 Bilder pro Sekunde filmt, dürfte in 4K kein einziges Video ruckelfrei bleiben. Im Gegensatz kann man bei HD-Aufnahmen zwischen 25 und bis zu 60 Bildern pro Sekunde wählen. Bei den Videoaufnahmen ist die Loop-Funktion, oder der Zeitraffer sicherlich ein kleines Highlight.

Abschließend können wir sagen, dass es sich hier im eine Cam im mittleren Preissegment handelt und diese im HD-Modus ordentliche Arbeit verrichtet. Von schönen 4K-Videoaufnahmen muss man jedoch noch träumen.

Und so sieht es aus, wenn man die Cam im Gelände „fährt“.

Weitere Einzelheiten findet Ihr hier: Rollei ActionCam 420.

Vielen Dank an Pascal Kurschildgen, der diesen Test für uns durchgeführt hat.


Quelle Bild+Video Pascal Kurschildgen